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Gänseblümchen: Heilpflanze, wildes Kraut, Liebesorakel und vieles mehr

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Wildkraut mit essbaren Blüten und Wirkung bei unreiner Haut

Nahezu das ganze Jahr über bezaubert das mehrjährige Gänseblümchen unsere heimischen Wiesen und Gärten mit seinen weißen Blüten. Was viele nicht wissen: die Pflanze ist essbar und es stecken ungeahnte Heilkräfte sowie reichlich Vitamin C in der Blüte.

Woher das Gänseblümchen seine Namen hat

Wie die ähnlich aussehende Kamille auch, gehört das Gänseblümchen zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Der lateinische Name Bellis perennis "bellis" verweist daher auf "bellus" für "hübsch". "Perennis" wiederum bedeutet ausdauernd - was jeder bezeugen kann, der die widerstandfähige Pflanze im Garten hat. Der deutsche Name "Gänseblümchen" soll darauf verweisen, dass die Blume in früheren Zeiten häufig auf Gänseweiden zu finden war. Gelb, weiß und grün sind die traditionellen Farben des Gänseblümchens: das satte Gelb des Körbchens in der Mitte der Blüte, die weißen Blütenblätter und das satte Grün der Blätter - die übrigens auch in kleinen Mengen essbar sind. 

Eine Blume für Groß und Klein

Nicht nur Kinder lieben das Tausendschön - wie das Gänseblümchen (Bellis perennis) noch genannt wird. Wer kennt nicht das beliebte Spiel, aus der Blüte die einzelnen Blätter herausziehen und sie als Orakel der Liebe zu befragen. Erwachsene erfreuen sich nicht nur an dem niedlichen Aussehen der heimischen Pflanze, sondern schätzen deren nussigen Geschmack in Salaten oder die eingelegten Knospen als lokale Alternative zu Kapern. Gänseblümchen in kleinen Mengen zu essen, zum Beispiel als Dekoration in Salaten oder einfach direkt von der Wiese ist kein Problem - nur in größeren Mengen sollte man die Wiesenblume nicht zu sich nehmen, denn dann wird sie nicht gut vertragen und kann zum Erbrechen führen.

Der pflanzliche Wetterfrosch 

Das Gänseblümchen ist auch eine Art kleiner Wetterfrosch: bei schlechtem Wetter und Regen schließt es seine Blüten, wenn die Sonne hingegen hoch steht, dreht die Pflanze ihre nunmehr geöffneten Blüten immer der Sonne entgegen. Wer die kleinen Wetterfrösche gern im eigenen Rasen aussähen möchte, kann entweder Samen kaufen oder aber an anderer Stelle Samen von abgeblühten Gänseblümchen sammeln. Als typische Lichtkeimer dürfen Samen von Bellis perennis aber maximal mit einer dünnen Erdschicht nach der Aussaat bedeckt werden, um gut keimen zu können. Im zweiten Jahr blühen die Gänseblümchen dann das erste Mal und vermehren sich fortan über Samen selbst.

Aber was macht nun das Gänseblümchen zu einer Heilpflanze?

Das Gänseblümchen ist eine unkomplizierte Heilpflanze, die überall wachsen kann, anspruchslos ist und von März bis Oktober immer wieder Blüten bildet.. Die Verfügbarkeit im Fall der Fälle ist somit gesichert. Wertvoll sind die Inhaltsstoffe der Pflanze wie Saponine, Bitterstoffe, Vitamin C und ätherische Öle. Erfahrungsheilkundlich sollen die Blüten daher den Stoffwechsel anregen sowie außerdem entzündungshemmend, schmerzlindernd und wundheilend wirken. Unsere Vorfahren nutzten daher die Heilkraft des Gänseblümchens insbesondere mit Blick auf die Haut. Aus den Blüten hergestellter Tee kommt daher sowohl innerlich zum Einsatz, zum Beispiel bei Rheuma, als auch äußerlich als Tinktur bei Hautproblemen.

Im Internet finden sich zahlreiche Rezepte für selbstgemachten Gänseblümchen-Honig, Auflagen, Tee, Tinkturen und vieles mehr. Bei kleineren Verletzungen oder Insektenstichen kann man sich auch ganz einfach mit einem zerquetschten Blatt eines Gänseblümchens behelfen: Die austretenden Pflanzensäfte wirken entzündungshemmend und helfen kleinen Wunden, schneller zu heilen.

Auch in der Homöopathie findet das Gänseblümchen Anwendung. Hier unterstützt das Hautschutzmittel die Gewebefunktion bei berührungsempfindlicher, schmerzhafter Haut, Schwellungen und Stauung, nässenden Hauterkrankungen sowie Akne. Lassen Sie sich hierzu am besten von einem naturheilkundlichen Arzt, Heilpraktiker oder in der Apotheke beraten.

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