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Ein Verwandter des Ingwer, eine falsche Blüte und eine Entdeckung von Christoph Kolumbus

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Weihnachtlicher Gewürzzauber Teil III: Kardamom, Macis, Piment und Zimt

Grüner Kardamom (Elettaria cardamomum): der Verwandte des Ingwer

Die bis zu 3 Meter hohe mehrjährige Pflanze bildet lange, dicke Wurzelrhizome (ähnlich beispielsweise dem Ingwer, denn Kardamom gehört zu den Ingwergewächsen), verwendet werden allerdings die Samen – die vergleichsweise teuer sind, da die grünen Samenkapseln von Hand geerntet werden. Da sich die enthaltenen ätherischen Öle leicht verflüchtigen, sollte man anstelle von gemahlenem Kardamom besser auf die Samen-Kapseln zurückgreifen, da die Kapselhülle den enthaltenen Samen schützt. Zur Verwendung einfach die Kapsel leicht aufstoßen oder den enthaltenen Samen ohne Schale mörsern.

Gesundheitlich hat Kardamom so einiges zu bieten: Die Wirkstoffe der Kardamomsamen reduzieren die Magensaftproduktion und haben eine antibakterielle Wirkung. Sie werden deshalb schon lange bei Magenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen eingesetzt, darüber hinaus auch bei Störungen der ableitenden Harnwege, Brechdurchfall, Appetitlosigkeit und dem Roemheld-Syndrom. Aber Achtung: Wegen der motalitätsfördernden Wirkung kann Kardamom Gallensteinkoliken auslösen, falls ein Gallensteinleiden vorliegt. Kleiner Tipp: Wenn man zu Mundgeruch neigt oder eine Knoblauch- oder Alkoholfahne überdecken möchte, kann man einen Samen kauen, das vertreibt üble Gerüche.

Die indische Küche nutzt Kardamom in Currys, in arabischen Ländern wird er Kaffee beigefügt und bei uns ist er beliebte Zutat in Glühwein und Weihnachtsplätzchen, besonders dem Spekulatius. Geschmacklich ist Kardamom schwer zu beschreiben, er ist leicht scharf, süßlich und hat auch eine leichte Eukalyptus- und Zitrusnote. Wenn man die Kardamom-Kapseln ohne Öl in der Pfanne anröstet, intensiviert sich das Aroma. Auch der Geruch ist sehr aromatisch, blumig, erinnert an Kampfer und Menthol.

Muskatblüte (Myristica fragrans houtt.), Macis – die falsche Blüte

Ein viel eleganterer Geschmack als das herbere Aroma der Muskatnuss zeichnet die Macis aus, auch Muskatblüte genannt, leicht nach Muskat, Nelke und ein wenig honigartig. Der Begriff „Muskatblüte“ ist allerdings irreführend, denn eine Blüte ist die Macis nicht, sondern der getrocknete Samenmantel der eigentlichen Muskatnuss. Er hat sich allerdings seit dem 12. Jahrhundert gehalten, als der Gelehrte Albertus Magnus den Samenmantel irrtümlich für die Blüte hielt. Wenn die Muskatfrüchte reifen, platzen sie auf und geben den Samen frei. Dieser Samenmantel, der zunächst leuchtend-rot ist, hellt sich beim anschließenden Trocknen auf. Die Macis ist im Gewürzhandel in Streifen erhältlich oder bereits gemahlen.
Macis kann in der Küche im Prinzip bei den gleichen Gerichten zum Einsatz kommen, wie die Muskatnuss, besonders, wenn ein etwas feineres Aroma benötigt wird. Ganz klassisch ist Macis Teil der bayrischen Weißwurst, passt aber, wie die Nuss auch, prima in Kartoffelspeisen wie Püree oder Gratin, aber auch als kleine Prise zu Süßem wie Apfelkuchen, Glühwein oder Desserts. In der Vorweihnachtszeit kommt die Macis auch gern in Plätzchen zum Einsatz.
Wie die Nuss auch, soll die Macis krampflösend und positiv auf die Verdauung wirken.

Piment (Pimenta dioica), das Allgewürz, von Kolumbus entdeckt

Zum Würzen von Wurst, als Bestandteil von Marinaden und als Zutat für Weihnachtsplätzchen – so kennt man hierzulande Piment, auch Nelkenpfeffer genannt. Der Geschmack vereint die 4 Gewürze Nelken, Pfeffer, Muskat und Zimt – so verwundert es auch nicht, dass der Piment auch unter den Namen „Viergewürz“ oder „Allgewürz“ (englisch „allspice“) bekannt ist.

Bei den braunen kleinen Kugeln handelt es sich um die getrockneten, unreif geernteten Früchte eines bis zu 12 Meter hohen Baums. Christoph Kolumbus entdeckte den Piment auf den karibischen Antillen. In der Karibik werden für die Küche auch nicht nur die Früchte verwendet, sondern auch das Holz zum Grillen und auch die grünen Blätter.

Aus gesundheitlicher Sicht fördert Piment den Appetit und wirkt verdauungsfördernd; es empfiehlt sich daher, nach einem schweren Essen etwas frisch gemahlenen Piment zu sich zu nehmen, da er wie eine Art Digestif wirkt.

Zimt (Cinnamomum verum) – der Klassiker

Die Rinde des bis zu 7 Meter hohen Zimtbaums zählt zu den ältesten Gewürzen und wurde bereits im ersten chinesischen Kräuterbuch des Kaisers Shen Nung (ca. 2700 v. Chr.) erwähnt. Wissenschaftlich geprüft ist die Anwendung bei Appetitlosigkeit, erfahrungsheilkundlich wird Zimtrinde bei Erschöpfung, Rheuma, Ausbleiben der Monatsregel, Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen und Durchfall, Appetitlosigkeit und Abwehrschwäche eingesetzt. Während der Schwangerschaft sollte man auf Zimt verzichten.
Was bei Zimt sonst noch zu beachten ist lesen Sie hier in einem weiteren Artikel.