Mit Freunden teilen

Der Schneemann – wirklich ein alter Bekannter?

1881: 0

Was Michelangelo damit zu tun hat und wie sich der Schneemann im Laufe der Geschichte gewandelt hat

Denkt man heutzutage an den Schneemann hat man eine Schneefigur vor Augen, deren Mund freundlich lächelt und dessen Karottennase fröhlich in den Winterwind weist. Aber ein lustiger Geselle war der Schneemann keinesfalls zu allen Zeiten – und er begleitet uns auch noch nicht so lange, wie wir gemeinhin denken.

Einer der ersten überlieferten Schneeskulpturen stammt vom italienischen Bildhauer Michelangelo. Nach heftigem Schneefall am 22. Januar 1494 ließ der Florenzer Stadtherr Piero de Medici den 19-jährigen eine Statue aus Schnee im Hof des Palastes bauen – vermutlich eine der lebensechtesten Schneemänner aller Zeiten. In den Winterbildern der Renaissance-Maler Pieter Breughel der Ältere (1525-1569) oder seines Sohnes P. B. der Jüngere (um 1564-1638), die ausgesprochen detailverliebte Winter-Szenerien abbildeten, sucht man den Schneemann jedoch vergebens – ein deutliches Indiz dafür, dass die Schneefigur noch nicht die Popularität genoss, wie es heute der Fall ist. Der „Schneemann“ als Begriff betritt die Bühne sogar erst im 18. Jahrhundert: 1767 erscheint ein Gedicht mit dem Titel „Der Schneemann“ in einer Kinderliedersammlung von Christian Felix Weiße.

In früheren Zeiten war der Winter für die meisten Menschen traditionell eine entbehrungsreiche Zeit: klirrende Frostnächte, kalte Tage, Winterstürme und Hunger schlugen sich daher auch in der bildlichen Darstellung des Schneemanns nieder, der als personifizierter Winter als bedrohliche Gestalt daherkam – übergroß, grimmige Miene, drohender Reisigbesen. Erst im 19. Jahrhundert, als der Winter weniger dunkel und bedrohlich für die Menschen war, wird die äußere Gestalt des Schneemanns ebenfalls freundlicher: Das Gesicht wird zum strahlenden Lächeln und die Figur wird rundlicher, gemütlicher. Durch die wachsende Beliebtheit der Postkarten und damit einhergehend der Beliebtheit des Schneemanns als freundlichem Motiv sowie die Entdeckung des Schneemanns durch die Werbeindustrie geht sein Siegeszug stetig weiter. Ob er die globale Erwärmung auch überleben wird, wird man sehen.

Sicher ist jedoch: einen Schneemann zu bauen ist gesund. Frische Luft, Bewegung und jede Menge Spaß bringen bei großen und kleinen Schneemannbauern das Immunsystem auf Trab, die Muskeln werden gestärkt und mit einer anschließenden Schneeballschlacht kann man auch noch etwas für seine Kondition tun. Wenn einen durch die nachfolgende Heizungsluft doch einmal eine Erkältung erwischt hat, finden Sie im Anwendungsgebiet „Erkältung & Infekte“ wichtige Informationen und passende Produkttipps.

Quellen:

Charlie English, „Das Buch vom Schnee“, 2009

schneemannmuseum.de/kulturgeschichte-suche-nach-dem-ersten-schneemann/