Von Thomas Kammler

Basische Ernährung: Immer mehr Menschen erkennen, wie gesund es sein kann, eine Übersäuerung des Körpers zu vermeiden

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Mit basischen Lebensmitteln die Ernährung gesund gestalten

Verschiedenes Gemüse

Basisch zu kochen liegt voll im Trend - und zwar zu Recht! Nachdem immer mehr Menschen erkennen, wie wichtig ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt des Körpers für Gesundheit und Wohlbefinden ist, finden diese Erkenntnisse hinsichtlich des Säure-Basen-Verhältnis auch verstärkt Einzug in die Ernährung. Aber was ist basische Ernährung überhaupt, welche Lebensmittel eignen sich hier und passt das Ganze ins Konzept einer ausgewogenen Ernährung, wie es beispielsweise die Deutsche Gesellschaft für Ernährung für einen gesunden Menschen empfiehlt?

Worum geht es bei der basischen Ernährung?

Alles, was wir an Nahrungsmitteln zu uns nehmen, wird von unserem Körper verstoffwechselt, und zwar entweder sauer oder basisch. Dabei werden pflanzliche Lebensmittel, wie Obst und Gemüse, in der Regel basisch verstoffwechselt. Bei der Verstoffwechslung von Fleisch, Milchprodukten und Getreide entstehen zumeist Säuren. Man spricht daher meistens von sauren oder basischen Lebensmitteln, korrekt würde man von basenbildenden und säurebildenden Lebensmitteln sprechen. Der sogenannte PRAL-Wert gibt dabei an, in welchem Maße Säuren oder Basen gebildet werden. Er ist daher die Grundlage von Säure-Basen-Tabellen, die genau genommen PRAL-Wert-Tabellen sind. Dieser PRAL-Wert ist übrigens nicht mit dem pH-Wert zu verwechseln, sondern gibt die potentielle, die Nieren betreffende Säurelast an, bezogen auf 100 g des Nahrungsmittels (PRAL = potential renal acid load). Eine solche PRAL-Tabelle finden Sie auch auf der Pascoe-Internetseite und zwar hier. 

Ziel einer basischen Ernährung sind die Säure-Basen-Balance des Körpers und die Vermeidung einer chronischen Übersäuerung. Dabei können säurebildende Nahrungsmittel durch basische Nahrungsmittel ausgeglichen werden. So können Sie beispielsweise eine Portion Fleisch (z. B. 200 g Putenfleisch) mit 500 g gemischtem Gemüse mit frischen Kräutern ausgleichen. In der Ernährungsgeschichte des Menschen gab es über viele Jahrtausende sogar eine leicht basenüberschüssige Ernährung. Erst durch die Industrialisierung der Landwirtschaft und damit einhergehend eine leichtere Verfügbarkeit proteinreicher Lebensmittel wie Fleisch, Wurst, Milchprodukte oder Käse wurde die Ernährung zunehmend sauer. So entstehen überschüssige Säuren, die nicht durch basenreiche Lebensmittel wie Obst ausgeglichen werden können. Unser Stoffwechsel funktioniert jedoch noch genauso wie vor 10.000 Jahren und ist auf basenreichere Kost eingerichtet. Die überschüssigen Säuren führen so zu einer chronischen Übersäuerung des Körpers von der vermutlich viele Menschen betroffen sind.

Entstehung einer chronischen Übersäuerung ("latente Azidose")

Eine gesunde, ausgewogene, basische Ernährung wirkt sich positiv auf den Säure-Basen-Haushalt des Körpers aus. Essen wir über längere Zeit hauptsächlich säurebildende Lebensmittel kann das langfristig den Säure-Basen-Haushalt belasten. Der Körper kann Säureüberlastung nicht mehr abfangen, denn auch die eigentlich sehr effektiven Puffersysteme haben eine Überlastungsgrenze, die irgendwann überschritten ist: Man spricht dann von latenter oder chronischer Übersäuerung (latente Azidose). Dabei bleibt der lebenswichtige Blut-pH-Wert im Normbereich zulasten der Pufferkapazitäten im Bindegewebe. Plausibel erscheint an dieser Stelle die naturheilkundliche Erklärung, dass dies den pH-Wert im Bindegewebe verändern kann. Das Bindegewebe ist das größte „Organ“ in unserem Körper. Es ist in allen Bereichen und Organen zu finden. Veränderungen des pH-Wertes im Bindegewebe können somit einen Einfluss auf unseren gesamten Körper, die Enzymtätigkeit und die Aktivität der Organe haben, da die optimalen pH-Werte nicht aufrechterhalten werden können. Ziel sollte also ein Säure-Basen-Gleichgewicht sein.

Was ist eine basenreiche Ernährung?

Basische Ernährung ist nicht nur lecker, sondern auch relativ simpel, da man sich im Prinzip an den erwähnten Säure-Basen-Ernährungstabellen orientieren kann. Hier sollte man darauf achten, überwiegend diejenigen Lebensmittel in den Ernährungsplan einzubauen, die einen hohen negativen Wert aufweisen, beispielsweise Spinat (-14) oder Rosinen (-21). Säurebildende Lebensmittel wie Salami (+11) oder Schmelzkäse (+28) sollten hingegen nur selten und in kleinen Mengen verzehrt werden. Bei den gesunden Lebensmitteln wie Gemüse und Obst können Sie hingegen zuschlagen. Zum Thema "basische Getränke": Obst- und Gemüsesäfte sind in der Regel basisch, auch Mineralwasser, Wein und sogar Bier ist leicht basisch.

Basische Rezepte gibt es im Internet zuhauf und auch immer mehr Bücher, die sich mit basischer Ernährung und basisch Kochen beschäftigen. Auch sie enthalten oft eine Vielzahl leckerer Rezepte. Ein weiterer Vorteil von basischer Ernährung: basische Lebensmittel sind vegetarisch. Und ein positiver Nebeneffekt: Mit basischer obst- und gemüsereicher Ernährung kann man das Abnehmen unterstützen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Sich basisch zu ernähren ist jedoch nur ein Merkmal eines Lebensmittels. Auch sauer verstoffwechselte Nahrungsmittel sind nicht per se ungesund, wie das Beispiel Walnuss zeigt: Walnüsse werden sauer verstoffwechselt, sind aber dank reichlich enthaltener Vitamine, Mineralien und Spurenelemente dennoch ausgesprochen gesund. Saure Lebensmittel komplett zu meiden ist daher nicht der richtige Weg zu einer gesunden Ernährung.

Wo bekomme ich mehr Informationen für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt, Übersäuerung, zu basischen Lebensmitteln und basischer Ernährung?

Mehr Informationen zum Säure-Basen-Haushalt des Körpers lesen Sie in unserem Anwendungsbereich Säure-Basen-Haushalt. Hier erfahren Sie auch mehr über PRAL-Werte in der Säure-Basen-Tabelle für basische Lebensmittel. Mit dem Säure-Basen-Haushalt-Onlinetest können Sie Hinweise erhalten, ob eine Übersäuerung vorliegen könnte (der Test ersetzt keine ärztliche Diagnose).

Weitere Informationen zur Entsäuerungstherapie finden Sie auf www.naturheilkunde.de.

 

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