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B-Vitamine heben die Stimmung

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Klassische Antidepressiva erbringen bei vielen Patienten keine befriedigende Wirkung. Ursache kann ein Mangel an B-Vitaminen sein.

Großen Studien zufolge erbringt die Behandlung von Depressionen mit Antidepressiva häufig nicht die gewünschten Erfolge: Tatsächlich erfahren ca. 60 % der Patienten keine befriedigende Wirkung! Ein wichtiger Grund hierfür kann ein Mangel an B-Vitaminen sein, von dem jeder zweite bis dritte Patient mit Depressionen betroffen ist. [1, 2]

Vitamine sind lebensnotwendige Mikronährstoffe, die der Mensch nicht selbst bilden kann, sondern über die Ernährung aufnimmt. Die Klasse der B-Vitamine umfasst insgesamt 8 Substanzen, die zahlreiche bedeutende Funktionen im Stoffwechsel ausüben.  Vitamin B1, B6, B12 und Folsäure besetzen Schlüsselpositionen im Nerven- und Energiestoffwechsel – ohne sie geben wir schnell auf.

Bei einer Unterversorgung werden viele lebenswichtige Stoffwechselwege stark beeinträchtigt:  Zwei wesentliche Konsequenzen sind ein Mangel an Botenstoffen im Gehirn wie beispielsweise Serotonin und ein allgemeiner Energiemangel. Dies sind ebenfalls zwei charakteristische Zeichen von Depressionen. Und so ist auch verständlich warum die allgemeinen Symptome eines Vitamin-B-Mangels – Müdigkeit, Antriebsschwäche, Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit, Schlaflosigkeit, Depression – stark an die Diagnosekriterien depressiver Episoden erinnern.

Werden B-Vitamine begleitend zur Behandlung mit Antidepressiva eingesetzt, verbessern sie die Ansprechrate deutlich [3-5]. In Studien mit Folsäure werden sogar antidepressive Effekte beobachtet, die durchaus mit denen konventioneller Antidepressiva vergleichbar sind [6, 7].

Die Ursachen für einen Vitamin-B-Mangel können vielfältig sein. Voraussetzung für eine gute Vitaminversorgung ist selbstverständlich eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Doch Hand auf´s Herz, wer schafft die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag?

Befindet man sich in einer depressiven Episode können das Durchhaltevermögen und der Antrieb fehlen, die Ernährung langfristig umzustellen bzw. Vitamin-B-Präparate in Form von Tabletten konsequent einzunehmen. Hinzu kommt, dass entzündliche Magen-Darm-Erkrankungen, Medikamente oder ein bereits seit längerem bestehender Vitamin-B-Mangel die Aufnahmefähigkeit für B-Vitamine stark einschränken können. In diesen Situationen kann eine Injektionstherapie mit B-Vitaminen sinnvoll sein - meist kommen hier die Vitamine B1, B6, B12 und Folsäure in Frage.

Sprechen Sie Ihren Arzt oder Heilpraktiker an, damit er Sie individuell beraten kann!

Literatur
1. Miller, A.L., The methylation, neurotransmitter, and antioxidant connections between folate and depression. Altern Med Rev, 2008. 13(3): p. 216-26.
2. Farah, A., The role of L-methylfolate in depressive disorders. CNS Spectr, 2009. 14 (1 Suppl 2): p. 2-7.
3. Coppen, A. and C. Bolander-Gouaille, Treatment of depression: time to consider folic acid and vitamin B12. J Psychopharmacol, 2005. 19(1): p. 59-65.
4. Coppen, A. and J. Bailey, Enhancement of the antidepressant action of fluoxetine by folic acid: a randomised, placebo controlled trial. J Affect Disord, 2000. 60(2): p.121-30.
5. Papakostas, G.I., et al., The relationship between serum folate, vitamin B12, and homocysteine levels in major depressive disorder and the timing of improvement with fluoxetine. Int J Neuropsychopharmacol, 2005. 8(4): p. 523-8.
6. Paul, R.T., A.P. McDonnell, and C.B. Kelly, Folic acid: neurochemistry, metabolism and relationship to depression. Hum Psychopharmacol, 2004. 19(7): p. 477-88.
7. Taylor, M.J., et al., Folate for depressive disorders: systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. J Psychopharmacol, 2004. 18(2): p. 251-6.