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Avocado (Persea americana): "Super-Frucht" mit fragwürdiger Ökobilanz

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Und ist Vitamin D ein unschlagbares Argument für die Eierfrucht?

Die ganze Welt will Avocados, denn sie schmecken hervorragend und sind dank ihrer Inhaltsstoffe ausgesprochen gesund. Das leckere, reich an ungesättigten Fettsäuren butterige Fruchtfleisch unterhalb der lederartigen, grünen oder schwarzen Schale einer reifen Avocado überzeugt Avocado-Fans unter anderem mit Vitamin C, Vitamin E, Vitamin A, einem hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren und Vitamin D. Das macht die Avocado ideal für eine gesunde Ernährung. Avocado-Rezepte schießen daher auch wie Pilze aus dem Boden: Avocado-Salat, Avocado-Creme wie die Guacamole, Avocado-Eis und vieles mehr.

Nicht nur grün und gesund: Praktisch ist die Frucht außerdem, denn eine unreife Frucht, die hart im Laden gekauft wurde, kann leicht im Zimmer reifen. Aus dem Kern kann man außerdem eine eigene Avocado-Pflanze wachsen lassen. Über 400 Avocado-Sorten sind im Handel, die wichtigsten Sorten sind die Fuerte-Avocado mit grüner Schale oder die Sorte Hass-Avocado mit einer dunklen, fast schwarzen Schale.

Avocados weisen den höchsten Fettgehalt im Vergleich zu anderen Früchten auf

Gerade bei Vegetariern und Veganern ist die fette Frucht eine beliebte Alternative zu Butter & Co, aber auch in der restlichen Bevölkerung steigt der Appetit jedes Jahr - nicht nur bei Anhängern der Low-Carb-Ernährung. Leider ist die grüne Frucht nicht unbedingt ökologisch vertretbar: Andere Bäume werden gerodet, um mehr Avocado-Bäume anpflanzen zu können. Zudem braucht der Baum jede Menge Wasser: Unfassbare 1000 Liter Wasser werden für knapp 3 Avocados verbraucht. In der Folge werden immer tiefere Brunnen gegraben und der Grundwasserspiegel sinkt. Greenpeace Mexiko schlägt bereits Alarm, denn Mexiko ist einer der Hauptanbauländer weltweit. Hier wurden bereits riesige Pinienwälder abgeholzt, um den Avocado-Hunger zu stillen – im Schlepptau werden die Lebensräume zahlreicher Tier- und Pflanzenarten zerstört. Hinzu kommen starker Pestizideinsatz und Düngemittel. Aus ökologischer Perspektive ist die Frucht also alles andere als ein Superfood.

Bio-Avocado sind keine echte Alternative

Letztendlich sind auch Bio-Avocados keine wirkliche Alternative, denn auch sie verschlingen Unmengen an Wasser und es handelt sich in ca. 90% der Avocado-Fälle um weitgereiste Importware – mit allen bekannten Umweltproblemen, die das weitgereiste Superfood mit sich bringt. Tipp: Wenn möglich also besser leckere Auberginen-Paste statt Guacamole essen und sich eine Alternative zur morgendlichen halben Avocado suchen! Einen 1-zu-1-Ersatz gibt es für die Avocado nicht, aber ihre gesunden Eigenschaften kann man sich leicht auch über regional und saisonal angebautes Gemüse und Obst auf den Teller holen, denn auch andere Lebensmittel enthalten jede Menge gesunde Vitamine und versorgen den Körper mit wichtigen Mineralien und Spurenelementen. Im Falle von Vitamin D beispielsweise Pilze wie etwa Champignons.
Auf der Facebookseite von Pascoe Naturmedizin finden Sie jeden Monat den aktuellen Saisonkalender mit Obst & Gemüse, passend zur jeweiligen Saison und als Einkaufshilfe für regionale Produkte bzw. den nächsten Wochenmarktbesuch.

Vitamin D aus Avocados?

Ein Grund für die außerordentliche Beliebtheit der Avocado ist der hohe Gehalt an Vitamin D. Bei Vitamin D hat man es eigentlich mit mehreren biologisch aktiven Stoffen zu tun. Die wichtigsten sind dabei das tierische D3 und das pflanzliche D2. Neben Fettfischen wie Aal, Sardine oder Lachs enthalten auch andere Lebensmittel wie Avocados, Hühnereier, Champignons sowie Milchprodukte Vitamin D – allerdings in weitaus geringeren Mengen. Man müsste täglich z. B.  10-20 Eier (je nach Jahreszeit) oder rund 400- 600 g Avocado essen, um die Menge an Vitamin D aufzunehmen, die die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt. Vitamin D vermittelt durch die Sonne in der Haut selbst zu bilden (viel Sonne tanken draußen in der freien Natur,) ist hier die bessere Wahl. Alternativ und in sonnenarmen Monaten kann man das Sonnenvitamin auch in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zu sich zu nehmen.

 

Quellen:

www.zeit.de/2016/43/avocado-superfood-anbau-oekologie-trend
www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/