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Von Thomas Kammler

Sanddorn (Hippophae rhamnoides): orange Frucht, stachelbewehrt und reich an Vitamin C

Sanddorn (Hippophae rhamnoides):

Die "Zitrone des Nordens" für Garten & Gesunderhaltung: Eine Vitamin-Pflanze stellt sich vor

Seine Frucht ist unter anderem wegen des hohen Gehalts an Vitamin C wertvoll, die Ernte allerdings nicht gerade leicht: die Rede ist vom Sanddorn (Hippophae rhamnoides). Die Äste der auch Fasanenbeere oder Rote Schlehe genannten Pflanze, die bis zu fünf Metern hoch werden kann, sind sparrig und haben starke spitze Dornen. Das trägt dazu bei, dass das Pflücken von reifen Sanddornbeeren mitunter ausgesprochen schwierig ausfällt. 

Ein Tipp, um einfacher zu ernten: Am besten bindet man um größere Äste eine Schnur, zieht sie so weit wie möglich auseinander, legt ein Tuch unter den Strauch auf den Boden und schneidet die Beeren mit einer Schere von der Pflanze ab. Die Sanddorn-Ernte mit den Händen ist weniger zu empfehlen, da die orange-roten Beeren dabei leicht auf den Boden fallen oder aber zerdrückt werden und so ihren wertvollen Saft verlieren. Viele Menschen scheuen deshalb den Anbau und das Ernten im eigenen Garten. Das ist schade, denn ihnen entgeht nicht nur Sanddorn in Bio-Qualität mit einer Vielfalt an Vitaminen wie Vitamin C, Vitamin K und Vitamin E, sondern auch der Blick auf eine faszinierende Pflanze.

Wie sieht Sanddorn (Hippophae rhamnoides) aus?

Sanddorn ist ein Strauch, der auch die Ausmaße eines Baums annehmen kann. Dessen muss man sich natürlich bewusst sein, wenn man die Pflanze im Garten kultivieren möchte. Interessant ist neben seinen gesunden Früchten und ihrem unverwechselbaren Geschmack auch sein Wurzelwerk: Sanddorn-Wurzeln können sich bis zu drei Metern stark in die Tiefe ausdehnen und dort ein Geflecht von bis zu zwölf Metern in der Breite bilden. Auf flachgründigen Böden kann sich die Pflanze deshalb mit ihren Wurzeln gut verankern. Dies ist Grund genug, weshalb man Sanddorn gerne für die Befestigung von Dünen, Hängen und Böschungen verwendet. 

Bei uns wachsen die Sträucher mit den orangefarbenen Früchten beispielsweise in den Küstenregionen von Nordsee und Ostsee in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Sie bilden dort aber nicht nur eine wunderschöne Kulisse, sondern haben also auch einen praktischen Wert zur Stabilisierung des Bodens. Auch wenn der Sanddorn ursprünglich aus Nepal kommt, stammt daher auch die volkstümliche Bezeichnung für die Sanddornbeere: "Zitrone des Nordens". 

Woher stammt der Sanddorn? Und kann er im Garten angepflanzt werden?

Erstaunlicherweise ist Nepal die ursprüngliche Heimat der Pflanze, die man vielleicht eher im Norden Europas ansiedeln würde. Erst durch eiszeitliche Verschiebungen breitete sich Hippophae rhamnoides weiter bis ins nordwestliche Europa aus. Dort wachsen die Pflanzen besonders gern auf kalkhaltigen sandigen Böden und Kiesböden in sonnigen Lagen. 

Sanddorn zweihäusig getrenntgeschlechtlich. Es wachsen also weibliche Pflanzen und männliche Sanddorn-Pflanzen, die von März bis Mai blühen. Diese Zweihäusigkeit ist besonders zu beachten, wenn man Sanddorn im Garten oder in Kübeln kultivieren möchte, denn auch Züchtungen wie "Orange Energy" benötigen neben den weiblichen Pflanzen teilweise noch Befruchter in Form einer männlichen Pflanze. Es gibt mittlerweile allerdings auch selbstbefruchtende Sorten wie "Friesdorfer Orange", die sich besonders für den eigenen Garten empfehlen. Im Garten sind allerdings nicht so hohe Erträge bei der Sanddorn-Ernte zu erwarten wie in der freien Natur.

Sanddorn-Saft, frische Sanddorn-Früchte, Sanddorn-Marmelade: Wie schmeckt Sanddorn?

Sanddornbeeren haben einen ganz eigenen Geschmack: Pur und frisch geerntet schmecken sie frisch, leicht herb und säuerlich, allerdings spielt der Frischverzehr der Frucht praktisch keine Rolle. Im Vordergrund stehen bei der Ernährung verarbeitete Lebensmittel wie Sanddornsaft, leckere Fruchtaufstriche, Likör oder getrocknete Sanddornbeeren für Tees.

Wie kann man Sanddorn lagern und was kann man aus Sanddorn machen?

Hippophae rhamnoides trägt zwischen etwa Mitte August und Dezember eiförmige, orangerote bis gelbe Beeren. Diese Früchte der Pflanze werden zwischen fünf und acht Millimetern groß und gelten als eine der Vitamin-C-reichsten Früchte hierzulande - und daher als sehr gesund. Nach der Ernte wird aus ihnen der Sanddorn-Muttersaft gewonnen. Dieser Saft dient in der Verarbeitung als Basis für die bereits genannte Sanddorn-Marmelade, Sanddorn-Likör uvm.

Sanddorn: Schlecht zu lagern, hervorragend zu verarbeiten

Dass es so viele verschiedene Sanddorn-Produkte gibt, hat seinen Hauptgrund darin, dass die frischen Sanddornbeeren nur kurze Zeit haltbar sind, sich also auch nicht für längere Transportwege oder längeres Lagern eignen. Anstatt die Sanddorn-Beeren in frischem Zustand zu lagern kann man sie jedoch problemlos einfrieren, trocknen oder den gepressten Saft weiterverarbeiten.

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Sanddorn in der Ernährung: Vitamin-C-Quelle – und noch viel mehr wertvolle Inhaltsstoffe

Die Beeren der Pflanze sind mit Blick auf Ernährung und Gesundheit sehr interessant, denn sie enthalten mehr als 100 verschiedene Komponenten und Inhaltsstoffe:

  • Sanddornbeeren enthalten etwa 400 Milligramm Vitamin C pro 100 g Fruchtfleisch. Das macht die frischen Beeren aber auch Sanddornsaft besonders gesund. Damit ist ihr Vitamin C-Gehalt etwa vier bis zehn Mal so hoch wie der von Zitronen und Orangen. 
  • Sanddornbeeren sind über den hohen Vitamin-C-Gehalt hinaus auch Lebensmittel, die reich an sekundären Pflanzenstoffen, Beta-Carotin bzw. Provitamin A (das der Körper in Vitamin A umwandelt), den fettlöslichen Vitaminen Vitamin K und Vitamin E sowie den B-Vitaminen sind. Im Sanddornfleisch findet sich sogar das Vitamin B12, welches ansonsten nur in tierischer Nahrung enthalten ist, weshalb Sanddornsaft für Vegetarier und Veganer eine gesunde Nahrungsergänzung darstellen könnte. Ob es sich um biologisch aktives, für den Körper verwertbares Vitamin B12 handelt oder biologisch inaktive B12-Analoga, konnte noch nicht abschließend geklärt werden. 
  • Neben Vitaminen enthalten die Beeren der Pflanze weitere wertvolle Inhaltsstoffe wie Mineralstoffe und Anthocyane, die einen wertvollen Beitrag zur Gesundheit leisten können.
  • Die in den orange-gelben Früchten enthaltenen Sanddornsamen enthalten zwischen drei und fünf Prozent fettes Sanddorn-Kernöl, das reich an gesunden Inhaltsstoffen wie ungesättigten Fettsäuren ist. Enthalten sind sowohl Omega-3-Fettsäuren als auch Omega-6-Fettsäuren, die gesundheitsfördernde entzündungshemmende Eigenschaften haben. Besonders hervorzuheben ist die Palmitoleinsäure (Omega-7-Fettsäuren), eine seltene Fettsäure.

Vitamin C bei Pascoe und weitere Informationen 

Nicht nur das Immunsystem* freut sich über das gesunde Vitamin C, denn das Vitamin hat noch viele weitere Aufgaben im Körper. Es schützt beispielsweise die Zellen vor oxidativem Stress durch freie Radikale**, ist wichtig für die Eisenaufnahme*** und zudem an rund 150 Stoffwechselvorgängen beteiligt. Um eine ausgewogene gesunde Ernährung mit Vitamin C zu ergänzen, hat Pascoe unterschiedliche Produkte im Sortiment. Ein Beispiel ist "Vitapas C liposomal 1.000". In diesem Nahrungsergänzungsmittel sind in der Tagesverzehrempfehlung von 3 Kapseln insgesamt 1000 mg Vitamin C enthalten. Vitapas C liposomal 1.000 ist in der Apotheke und online erhältlich (PZN-Nummer: 17514045).

* Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei
**Vitamin C trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen
*** Vitamin C erhöht die Eisenaufnahme

Quellenangaben & weiterführende Literatur

Bücher

  • Ursel Bühring: Praxis-Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. Grundlagen – Anwendung – Therapie., Sonntag Verlag in Medizinverlage Stuttgart 2005*
  • Hunnius: Pharmazeutisches Wörterbuch, Walter de Gruyter Verlag, Berlin 2010*
  • Mannfried Pahlow: Das grosse Buch der Heilpflanzen, Bechtermünz Verlag, Eltville 2001*
  • Rudolf Fritz Weiß und Volker Fintelmann: Lehrbuch Phytotherapie, Hippokrates Verlag, Stuttgart 2009*

Artikel

  • Gutzeit, D., et al.: "Vitamin C Content in Sea Buckthorn Berries (Hippophae rhamnoides L. ssp rhamnoides) and Related Products: A Kinetic Study on Storage Stability and the Determination of Processing Effects" Journal of food science 2008*
  • Gâtlan AM, Gutt G.: "Sea Buckthorn in Plant Based Diets. An Analytical Approach of Sea Buckthorn Fruits Composition: Nutritional Value, Applications, and Health Benefits." Int J Environ Res Public Health.; Aug 26;18(17):8986 2021*
  • Jaśniewska A, Diowksz A.: "Wide Spectrum of Active Compounds in Sea Buckthorn (Hippophae rhamnoides) for Disease Prevention and Food Production." Antioxidants (Basel).; Aug 12;10(8):1279. 2021*

Weblinks

*: Bei Literatur: Erscheinungsjahr; bei Webseiten: Datum des letzten Abrufs

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Vitamin C Ernährung