Vitamin-C-Infusionstherapie – was ist das?

Die Vitamin-C-Infusionstherapie ist eine medizinische Behandlungsform, bei der Vitamin C als Arzneimittel über eine Infusion direkt in eine Vene verabreicht wird. Dadurch gelangt der Wirkstoff Vitamin C unmittelbar in den Blutkreislauf und steht dem Körper in einer genau dosierten Menge zur Verfügung. Die Behandlung findet in einer medizinischen Praxis statt und wird unter fachlicher Aufsicht durchgeführt. Sie kommt dann in Betracht, wenn ein Vitamin-C-Mangel vorliegt, welcher nicht über Ernährung oder über oral eingenommene Präparate wie Tabletten, Pulver oder Kapseln ausgeglichen oder behoben werden kann.
Warum Vitamin C infundieren statt einfach schlucken?
Unser Körper kann Vitamin C nicht selbst herstellen und bei der Aufnahme über den Magen-Darm-Trakt gilt es eine natürliche Barriere zu überwinden. Bei Vitamin C aus der Nahrung, z.B. in Form von Obst und Gemüse oder Nahrungsergänzungsmitteln bzw. Arzneimittel als Tabletten oder Pulver wird nur ein Teil des Vitamins aus dem Darm aufgenommen. Der Rest wird ungenutzt ausgeschieden, steht dem Körper also nicht zur Verfügung.
Der Vorteil einer Infusion: Die gesamte Menge des als Infusion verabreichten Vitamin C steht dem Körper direkt zur Verfügung. Nichts geht durch Aufnahmebeschränkungen im Darm verloren. Man spricht von einer 100 %igen Bioverfügbarkeit. Wenn Vitamin C geschluckt wird, ist die Verfügbarkeit für den Körper deutlich geringer. Auch bei einem völlig Gesunden nicht alles Vitamin C, das möglicherweise sogar ausreichend über die Nahrung bzw. über Nahrungsergänzungsmittel zugeführt wurde, auch wirklich im Blut an.
Chronische Entzündungen und Aufnahmestörungen im Magen-Darm-Trakt können diesen Anteil weiter verringern. Nur das Vitamin C, was auch tatsächlich im Blut ankommt und so im ganzen Körper verteilt werden kann, steht dann auch den Körperzellen zur Verfügung.
Die Vorteile der Vitamin-C-Infusion:
- das Vitamin umgeht den Magen-Darm-Trakt vollständig
- die verabreichte Menge ist exakt steuerbar
- es können deutlich höhere und somit therapeutisch wirksame Vitamin-C-Spiegel im Blut erreicht werden
- auch bei Menschen mit Aufnahmestörungen im Darm ist eine Versorgung möglich
Aus diesen Gründen kann eine Infusion sinnvoll sein, wenn ein Vitamin-C-Mangel vorliegt, der sich über Ernährung oder orale Präparate wie Tabletten nicht ausreichend beheben lässt.
Für wen kann eine Vitamin-C-Infusion eine Behandlungsoption sein?
Verschiedene Erkrankungen, Symptome oder Lebensumstände sind mit einem Vitamin-C-Mangel assoziiert, beispielsweise:
- chronisch-entzündliche Erkrankungen (Rheuma, rheumatoide Arthritis, Multiple Sklerose, Hashimoto-Thyreoiditis u.a.)
- ständige Müdigkeit/Fatigue
- starke Infektanfälligkeit („ständig erkältet“)
- chronische Schmerzen
- Übergewicht/Adipositas
- Rauchen
Was ist eine Vitamin-C-Infusion und wie läuft sie ab?
Wenn Sie einen Termin für eine Vitamin-C-Infusion haben, erhalten Sie das Vitamin C mit Hilfe eines Infusionssystems direkt in Ihre Venen infundiert. Das Prozedere kann im Ermessen Ihrer Ärztin oder Heilpraktikerin bzw. Ihres Arztes oder Heilpraktikers etwas variieren.
Zuerst wird das Vitamin C mit einer geeigneten Trägerlösung (meist 0,9 %-ige Kochsalzlösung) verdünnt und dann über eine so genannte Venenpunktionskanüle (z.B. Butterfly) bzw. eine Venenverweilkanüle (z.B. Braunüle) direkt in Ihre Venen infundiert. Meist dauert es ca. 20 bis 30 Minuten, bis eine solche Infusion vollständig in Ihre Venen geleitet ist. Während der Vitamin-C-Infusion sitzen oder liegen Sie ganz entspannt. Je nach Situation können mehrere Infusionen notwendig sein, zum Beispiel bei einem wiederkehrenden oder stark ausgeprägten Vitamin-C-Mangel.
Wie lange wirkt eine Vitamin-C-Infusion?
Möglicherweise sind Sie ja auch schon mal mit der Aussage konfrontiert worden, dass es gar keinen Sinn hat, Vitamin C im Grammbereich zu infundieren, weil Vitamin C nicht gespeichert werden kann und deshalb alles ungenutzt über die Nieren ausgeschieden wird?
Diese Aussage ist teilweise richtig: Vitamin C ist kaum speicherbar – deshalb wird ein „Zuviel“ relativ schnell über den Urin ausgeschieden. Gerade diese Einschränkung der Therapie ist aber auch ein großer Vorteil: sie ist sehr sicher, da eine Überdosierung kaum möglich ist.
Die hohen Vitamin-C-Spiegel im Blut, die direkt im Anschluss an eine Infusion auftreten, bleiben nur für einige Stunden bestehen.
Ein Vitamin-C-Mangel im Blut spiegelt eine Unterversorgung des Gewebes wider. Die hohen Blutspiegel nach einer Infusion bieten den Vorteil, dass Mangelzustände im Gewebe und in den Organen schnell ausgeglichen werden können. Dies ist sinnvoll u.a. bei akuten Entzündungen, die mit einem starken Vitamin-C-Verbrauch einhergehen.
Bei Menschen mit einem sehr starken Mangel, der immer wieder aufs Neue entsteht, weil ihre Erkrankung mit einem sehr hohen Verbrauch an Vitamin C verbunden ist, können auch mehrere Infusionen notwendig sein.
Wieviel kostet eine Vitamin-C-Infusion?
Diese Frage ist schwer pauschal zu beantworten. Sie richtet sich nach dem Einkaufspreis für das Vitamin-C-Arzneimittel und dem sonstigen Infusionszubehör, welcher variieren kann. Sprechen Sie deshalb Ihre Praxis auf die Kosten am besten im Vorfeld direkt an.
