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Chronisch-entzündliche Erkrankungen: Welche Rolle spielt Vitamin C?

Frau hält sich den Bauch, Hinweis auf Verdauungsbeschwerden und Schmerzen im Unterleib

Über oxidativen Stress und Vitamin-C-Mangel am Beispiel der rheumatoiden Arthritis 

Chronisch-entzündliche Erkrankungen gehören zu den häufigsten und belastendsten Krankheitsbildern unserer Zeit. Sie betreffen Millionen Menschen und verlaufen oft über Jahre oder Jahrzehnte. Rheumatoide Arthritis, aber auch Erkrankungen wie Morbus Bechterew oder Multiple Sklerose beruhen auf vergleichbaren Entzündungsmechanismen. Aber welche Rolle spielt Vitamin C bei diesen Entzündungsprozessen und kann man den Ausgleich eines Vitamin-C-Mangels therapeutisch nutzen, um dessen Folgen zu lindern? 

Was sind chronisch-entzündliche Erkrankungen? 

Eine Entzündung ist zunächst etwas Positives: Sie ist Teil unserer natürlichen Abwehr. Wenn wir uns verletzen oder eine Infektion bekämpfen, aktiviert das Immunsystem Entzündungsprozesse, um schädliche Erreger zu beseitigen und Gewebe zu reparieren. Normalerweise klingt diese Reaktion wieder ab.  

Anders bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen: Hier bleibt das Immunsystem dauerhaft aktiviert. Quasi fehlgeleitet greift es körpereigene Strukturen an und die Entzündung wird zum Dauerzustand. Dabei entstehen anhaltende Gewebeschäden, Schmerzen, Funktionsverlust betroffener Organe oder Gelenke und eine zunehmende Erschöpfung. Ein zentraler Motor dieser Prozesse ist oxidativer Stress

Oxidativer Stress: wenn Entzündung sich selbst verstärkt 

Bei jeder Entzündung entstehen sogenannte reaktive Sauerstoffverbindungen (ROS). Diese hochreaktiven Moleküle helfen bei der Abwehr von Krankheitserregern. In übermäßiger Menge jedoch greifen sie gesundes Gewebe an: Zellmembranen werden geschädigt, Eiweiße verändern sich und die Erbsubstanz kann beeinträchtigt werden. Das Problem wird zu einer Art Kreislauf: Entzündung erzeugt oxidativen Stress und oxidativer Stress fördert wiederum Entzündung. 

Rheumatoide Arthritis: wenn das Immunsystem die Gelenke angreift 

Die Rheumatoide Arthritis ist die häufigste chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung. Hier richtet sich das Immunsystem gegen die Gelenkinnenhaut. Es kommt zu schmerzhafter Gelenkschwellung, Überwärmung, Morgensteifigkeit sowie fortschreitender Zerstörung von Knorpel und Knochen. 

Was passiert im Gelenk? Bei der rheumatoiden Arthritis wandern fehlgeleitet aktivierte Immunzellen in die Gelenkschleimhaut ein und lösen dort eine anhaltende Entzündungsreaktion aus. Dabei werden zahlreiche Entzündungsbotenstoffe freigesetzt, die das Gewebe weiter stimulieren und die Entzündung verstärken. In der Folge bildet sich eine wuchernde, entzündlich veränderte Gewebeschicht, die sich über den Gelenkknorpel legt: der sogenannte Pannus. Dieser Prozess führt nach und nach zur Zerstörung von Knorpelgewebe und schließlich auch des darunterliegenden Knochens. 

Sauerstoffmangel im entzündeten Gewebe 

Durch die starke Stoffwechselaktivität entsteht im Gelenk ein relativer Sauerstoffmangel. In dieser Situation wird vom Körper vermehrt ein Regulationsfaktor gebildet: der sogenannte Hypoxie-induzierte Faktor (HIF). HIF ist grundsätzlich ein sinnvoller Mechanismus, der Zellen hilft, mit Sauerstoffmangel umzugehen. Ist er jedoch dauerhaft erhöht, verstärkt er die Gefäßneubildung (Angiogenese), Pannus-Bildung, entzündliche Aktivität und die Gewebezerstörung. 

Vitamin C und der HIF-Abbau 

Um HIF abzubauen, wird Vitamin C benötigt. Bei chronischen Entzündungen sinken die Vitamin-C-Spiegel jedoch häufig deutlich ab. Studien zeigen, dass Patienten mit rheumatoider Arthritis besonders häufig unter einem Vitamin-C-Mangel und oxidativem Stress leiden. Ein Mangel an Vitamin C bedeutet dann weniger antioxidativen Schutz, verminderten HIF-Abbau und eine verstärkte Entzündungsaktivität. 

Weitere chronisch-entzündliche Erkrankungen 

Der gemeinsame Nenner: Entzündung, oxidativer Stress und Vitamin-C-Verbrauch 

Unabhängig davon, welches Organ betroffen ist, zeigen chronisch-entzündliche Erkrankungen gemeinsame grundlegende Mechanismen. Kennzeichnend ist eine dauerhafte Aktivierung des Immunsystems, die mit der vermehrten Bildung freier Radikale einhergeht. Dadurch steigt der Verbrauch körpereigener Antioxidantien wie Vitamin C deutlich an, was nicht selten in einen Vitamin-C-Mangel mündet. Gleichzeitig werden entzündungsfördernde Signalwege verstärkt aktiviert, darunter auch der Hypoxie-induzierte Faktor (HIF). Vitamin C übernimmt in diesem Zusammenhang mehrere wichtige Aufgaben: Es wirkt als starkes Antioxidans, schützt das Gewebe vor Schäden, wird für den Abbau von HIF benötigt und ist zudem an der Bildung schmerzlindernder Neurotransmitter beteiligt. 

Vitamin C in der begleitenden Therapie von chronischen Entzündungen  

Eine ausgewogene Ernährung deckt den täglichen Vitamin-C-Bedarf gesunder Menschen in der Regel gut ab. Bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen verbrauchen die Entzündungsprozesse und der oxidative Stress vermehrt Vitamin C, was zu niedrigeren Vitamin-C-Spiegeln und Vitamin-C-Mangel führen kann. Dies kann wie beschrieben entzündliche Prozesse weiter verstärken. Eine Vitamin-C-Infusion bietet die Möglichkeit, einen starken Vitamin-C-Mangel auszugleichen und therapeutisch wirksame Blutspiegel zu erreichen, die über die orale Aufnahme mit der Nahrung oder ergänzende Tabletten häufig nicht erzielbar sind. Hochdosiertes Vitamin C im Rahmen der Behandlung einer Mangelsituation mittels einer Vitamin-C-Infusionstherapie, stellt daher einen möglichen Baustein in der begleitenden Therapie chronischer Entzündungsprozesse dar.