Wie verlief der 3. Internationale Vitamin-C-Kongress 2021?

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Teilnehmende aus 14 Ländern hörten aktuelle Forschungsergebnisse zu den Themen Onkologie, COVID-19, Sepsis, Long-COVID-Syndrom und Umweltmedizin.

Zu Beginn des virtuellen Kongress am 12. Juni schilderte Dr. med. Astrid Kohl, Fachärztin für Innere Medizin und Naturheilverfahren, fundiert, wie umwelttoxische Belastungen durch Metalle, Pestizide/Insektizide, Flammschutz- und Lösungsmittel zu chronischen Erkrankungen mit zunehmend gestörter Immuntoleranz führen. Ein Thema das uns alle betrifft. Fallberichte zu Long COVID, rezidivierenden Herpes-Infektionen, Multiorganbeschwerden mit Osteoporose, Schilddrüsen-, Magen-, und Darmerkrankungen aber auch Krebserkrankungen zeigen die ursächliche Beteiligung von neurotoxischen Insektiziden wie Pyrethroiden, Schimmelpilzen oder toxischen Metallbelastungen in der Zahnmedizin und bei Gelenk-Implantaten. Die wichtigste Säule zum Durchbrechen der Entzündungskaskade und der Wiederherstellung der individuellen Immuntoleranz und Regulationsfähigkeit ist für die Fachwissenschaftlerin für Toxikologie hochdosiertes intravenöses Vitamin C. Natürlich mit einer angepassten orthomolekularen Therapie und einer Expositionsminderung bzw. -vermeidung. 

Der pathologische Einfluss von chronischen Entzündungen war auch zentraler Punkt des Vortrags von Dr. med. Andreas Pinter, Leiter der Studienzentrale der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie am Universitätsklinikum Frankfurt. Beachtenswert ist der Bezug zur nicht alkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD), die bei Patient*innen mit chronischen Entzündungen weit verbreitet und Quelle zahlreicher proinflammatorischer Zytokine ist. Dr. Pinter stellte die Studienevidenz zu Vitamin C bei Diabetes, Parodontitis, Sepsis und NAFLD vor, unterstrich die Bedeutung für das adaptive und angeborene Immunsystem und vor allem die anti-oxidative und damit anti-entzündliche Wirkung von Vitamin C. Dies erklärt auch das breite Anwendungspotential, das der Dermatologe nicht nur bei entzündlichen Hauterkrankungen wie atopischer Dermatitis, Hidradenitis suppurativa oder Psoriasis sieht, sondern auch bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Rheumatoider Arthritis, Psoriasis-Arthritis und Depression.

Über den Einsatz von Vitamin C bei COVID-19 und Long-COVID-Symptomen referierte die österreichische Ärztin für Allgemeinmedizin und Assistenzärztin für Anästhesiologie und Intensivmedizin Frau Dr. med. Ruth Poglitsch. Entzündung und oxidativer Stress stehen im Fokus der Pathomechanismen bei Sars-CoV-2 Infektionen. Vitamin-C-Infusionen sind entsprechend des österreichischen Konsensus-Papiers orthomolekular arbeitender Medizinier eine wichtige Behandlungsoption hinsichtlich Prävention, Therapie und Nachsorge. Vitamin C ist ein wichtiger Immunmodulator: essenziell für die antivirale T-Zellantwort und gleichzeitig schützend vor dem Zytokin-Sturm bei COVID-19. Dr. Poglitsch zufolge ist es wichtig, intravenöses Vitamin C gleich zu Beginn eines Infektes einzusetzen. Falldokumentationen zeigen auch beim Long-COVID-Syndrom, das vor allem mit Fatigue, Atemnot und kognitiven Defiziten einhergeht, den Benefit von intravenösem Vitamin C. 

Die Studienevidenz zum chemotherapeutischen Potential von hochdosiertem Vitamin C bei Krebs wurde von Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Sascha Venturelli von der Universität Hohenheim und der assoziierten Professorin Dr. Qi Chen der Universität von Kansas reflektiert. Professor Venturelli führte in die Neuroonkologie am Beispiel des schwer behandelbaren Glioblastoms ein und berichtete von aktuellen vielversprechenden Forschungsergebnissen zur Vitamin-C-Hochdosis-Therapie bei dieser sehr aggressiven Tumorentität. Experimentelle Studien zeigen eine selektive, pro-oxidative und damit antikanzerogene Wirkung von Vitamin C gegenüber Glioblastomzellen und eine Sensitivierung für die Radiochemotherapie. Erste Patientendaten zeigen eine gute Verträglichkeit von hochdosiertem intravenösem Vitamin C und eine Lebenszeitverlängerung. Besonders gut scheinen Patienten anzusprechen, deren MGMT-Promotor unmethyliert ist und die deshalb schlecht auf die Chemotherapie ansprechen. Hier lag die Lebenszeitverlängerung unter Vitamin C bei knapp 80 % – in Monaten ausgedrückt bedeutet dies eine mediane Überlebenszeit von 23 anstelle von 12,7 Monaten. 

PhD Qi Chen ist eine Pionierin in der onkologischen Vitamin-C-Forschung. Sie zeigte 2005, dass hohe Vitamin-C-Konzentrationen, wie sie im Blut nur durch Infusion zu erreichen sind, über die Bildung von Wasserstoffperoxid selektiv tumorzytotoxisch wirken, aber harmlos für gesunde Zellen sind. Diese Publikation initiierte ein immenses Forschungsaufkommen mit Studienergebnissen, die mittlerweile in Nature und Science publiziert sind. Untersuchungen zum Wirkmechanismus zeigen, dass Vitamin C über Schäden an der DNA und den Mitochondrien zu einem Energieverlust führen, der letztendlich zur Apoptose der Tumorzelle führt. Qi Chen unterstrich vor allem die Multitargeting-Effekte von Vitamin C. Es inhibiert beispielsweise die Epithelial-Mesenchymale-Transition und verbessert in der Tumormikroumgebung die Kollagenzusammensetzung – zwei Prozesse, die das Metastase-Risiko reduzieren. Zudem verändert Vitamin C das epigenetische Profil in Richtung Tumorsuppression (HIF, TET2). Die assoziierte Professorin des medizinischen Zentrums der Universität von Kansas schloss ihre Präsentation mit dem Appell, hoch dosiertes intravenöses Vitamin C breit zu nutzen, weil wir es den Patienten schuldig sind. 

Kongressabschließend referierte Herr Professor Dr. med. Frank Brunkhorst, Leiter des Zentrums für Klinische Studien am Universitätsklinikum Jena und Mitglied des Lenkungsausschusses der in 21 Ländern laufenden REMAP-CAP-Studie. Ziel dieser Studie ist es, mittels eines randomisierten, adaptiven Designs pragmatisch die optimale Behandlung für ambulant erworbene Lungenentzündungen zu bestimmen und kontinuierlich zu aktualisieren. Seit letztem Jahr werden explizit COVID-19-Patienten eingeschlossen und seit diesem Jahr der Einsatz von intravenösem Vitamin C (50 mg/kg KG alle 6 Stunden) evaluiert. Die klinische Rationale ist sehr schlüssig: Entzündungen und oxidativer Stress gehören zu den Mechanismen, die am häufigsten Organschäden bei Sepsis und COVID-19 verursachen. Vitamin C begrenzt die Produktion von Sauerstoffradikalen, stellt die Endothelfunktion wieder her und ist wichtiger Kofaktor bei der Synthese von Noradrenalin, Cortisol und Vasopressin. Deshalb sind niedrige Vitamin-C-Spiegel mit Organversagen und Tod assoziiert. Die Evidenz, dass Vitamin C den Verlauf bei Sepsis günstig beeinflusst, vor allem wenn es für 3-4 Tage appliziert wird, ist Brunkhorst zufolge groß. Die Ergebnisse der REMAP-CAP für Vitamin C werden bis spätestens September erwartet und dann beim Sepsis-Kongress in Jena vorgestellt. 

Die Vitamin-C-Forschung ist und bleibt spannend. Die antioxidative, antientzündliche, endothelschützende und immunmodulierende Wirkung erklärt die gute Evidenz bei Krebs, chronisch-entzündlichen Erkrankungen und aktuellen Herausforderungen wie COVID-19 und Long-COVID.

Obwohl in den genannten Studien nicht Pascorbin® verwendet wurde, sind wir aus HWG-rechtlichen Gründen verpflichtet, den Pflichttext hier abzubilden.

Pascorbin® 
Wirkstoff: Ascorbinsäure 150 mg/ml Injektionslösung. 1 Ampulle (5 ml) enthält: Ascorbinsäure 750 mg. 1 Injektionsflasche (50 ml) enthält: Ascorbinsäure 7,5 g. Sonstige Bestandteile: Natriumhydrogencarbonat, Wasser für Injektionszwecke. Zur Therapie von klinischen Vitamin-C-Mangelzuständen, die ernährungsmäßig nicht behoben oder oral substituiert werden können. Methämoglobinämie im Kindesalter. Gegenanzeigen: Oxalat-Urolithiasis und Eisenspeichererkrankungen (Thalassämie, Hämochromatose, sideroblastische Anämie). Kindern unter 12 Jahren: nicht mehr als 5-7 mg Ascorbinsäure/kg KG tgl. i.v. Bei Methämoglobinämie im Kindesalter: nicht mehr als 100 mg Ascorbinsäure/kg KG tgl. Besondere Vorsicht: Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion. In der Schwangerschaft und Stillzeit und bei einem Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel sollte eine Menge von 100 bis 500 mg Ascorbinsäure täglich nicht überschritten werden. Konservierungsmittelfrei, nur zur einmaligen Entnahme und sofortigen Anwendung! Nicht verbrauchte Reste sind zu verwerfen. Besonderer Hinweis für Diabetiker: Nach parenteraler Gabe von Ascorbinsäure wird die Nachweisreaktion von Glucose im Blut gestört. Nebenwirkungen: Sehr selten wurden Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Atembeschwerden, allergische Hautreaktionen) beobachtet. Sehr selten können hohe Dosen von Ascorbinsäure gastrointestinale Störungen hervorrufen (z.B. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall). In Einzelfällen können kurzfristig Kreislaufstörungen (z.B. Schwindel, Übelkeit, Sehstörungen) auftreten. Bei akuten Infekten wurden in sehr seltenen Fällen Reaktionen wie Schüttelfrost und Temperaturanstieg beobachtet. Bitte beachten Sie bei allen invasiven Eingriffen die Hygienerichtlinien des Robert-Koch-Institutes. Pascoe pharmazeutische Präparate GmbH, D-35383 Gießen

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