„Long COVID“ – nicht mehr richtig auf die Beine kommen

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Studien zufolge gehören Müdigkeit und Muskelschwäche zu den häufigsten Symptomen.

Seit diesem Jahr gibt es neue ICD-10- Schlüsselnummern dafür. Unter dem Begriff Long COVID verbergen sich Symptome wie starke Müdigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, atypische Brustschmerzen und Atembeschwerden, Niedergeschlagenheit, Angstzustände und kognitive Probleme wie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Postvirale Beschwerden sind auch von anderen viralen Erkrankungen wie Influenza oder Herpes zoster bekannt. Doch bei COVID-19 stehen sie mehr im Fokus der Forschung. 

Neue Studie aus Wuhan zu Long COVID 
Eine aktuelle Studie aus Wuhan untersuchte 1733 Personen, die zwischen Anfang Januar und Ende Mai aufgrund einer COVID-19-Erkrankung stationär behandelt wurden. Die Hälfte war jünger als 57 Jahre. Noch 6 Monate nach der akuten Infektion litten 63 % der eigentlich Genesenen noch unter Müdigkeit oder Muskelschwäche, 26 % unter Schlafstörungen und 23 % unter Angstzuständen oder Depressionen. Patienten, die während ihres Krankenhausaufenthalts schwerer erkrankt waren, wiesen schwerwiegendere Beeinträchtigungen der pulmonalen Diffusionskapazitäten und abnorme Manifestationen in der Thoraxbildgebung auf und sind nach Meinung der Autoren die Hauptzielpopulation für Interventionen zur langfristigen Erholung (Huang 2021).  

Ein dynamisches Review aus den USA sieht anhaltende Symptome nach überstandener Erkrankung nicht nur bei hospitalisierten Patient:innen, sondern auch bei jenen mit leichteren Verläufen. 

 

Neue ICD-10- Schlüsselnummern
Bislang versteckte sich die Bezeichnung für ein postvirales Müdigkeitssyndrom unter der G93.3. (Chronisches Müdigkeitssyndrom). Ab Januar hat die WHO im Zuge der Aufmerksamkeit für COVID-19 zwei neue ICD-10- Schlüsselnummern festgelegt:

• U09.9 für Post-COVID-19-Zustand
• U10.9 für multisystemisches Entzündungssyndrom in Verbindung mit COVID-19

 

COVID-19 ist eine Multisystemerkrankung: An Vitamin-C-Mangel denken
Infektionen gehen bekanntermaßen mit einem starken Verbrauch an Vitamin C einher und Mangelzustände sind keine Seltenheit – dies gilt insbesondere für Erkrankte mit Pneumonien und COVID-19 (Carr, Spencer et al. 2020, Chiscano-Camon, Ruiz-Rodriguez et al. 2020). Ein klinisch relevanter Vitamin-C-Mangel ist ein krankmachender Zustand, denn Vitamin C ist eines der wichtigsten körpereigenen Antioxidantien und als Ko-Faktor an über 150 Stoffwechselfunktionen beteiligt. Müdigkeit, Schmerzen und kognitive Störungen sind bekannte Vitamin-C-Mangelsymptome und treten bekanntermaßen bei viralen und onkologischen Erkrankungen auf. Vitamin-C-Infusionen führen hier zu einer deutlichen Linderung von Fatigue, Schmerzen und kognitiven Störungen (Schencking, Vollbracht et al. 2012, Carr, Vissers et al. 2014).

 

Wenn Sie an einem naturheilkundlichen Therapieschema zur Behandlung von Long-COVID interessiert sind, schreiben Sie uns: therapieanfragen(at)pascoe.de. 

 

Carr, A. C., E. Spencer, L. Dixon and S. T. Chambers (2020). "Patients with Community Acquired Pneumonia Exhibit Depleted Vitamin C Status and Elevated Oxidative Stress." Nutrients 12(5).

Carr, A. C., M. C. Vissers and J. S. Cook (2014). "The effect of intravenous vitamin C on cancer- and chemotherapy-related fatigue and quality of life." Front Oncol 4: 283.

Chiscano-Camon, L., J. C. Ruiz-Rodriguez, A. Ruiz-Sanmartin, O. Roca and R. Ferrer (2020). "Vitamin C levels in patients with SARS-CoV-2-associated acute respiratory distress syndrome." Crit Care 24(1): 522.

Huang, C. e. a. (2021). "6-month consequences of COVID-19 in patients discharged from hospital: a cohort study." the lancet.

Schencking, M., C. Vollbracht, G. Weiss, J. Lebert, A. Biller, B. Goyvaerts and K. Kraft (2012). "Intravenous vitamin C in the treatment of shingles: results of a multicenter prospective cohort study." Med Sci Monit 18(4): CR215-224.

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