Antibiotika-Resistenzen sind keine neuzeitliche Erfindung

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Abwehrmechanismen und Widerstandsfähigkeit gehören zur natürlichen Ausstattung der Ur-Bakterien

Zu dieser Erkenntnis muss man gelangen, wenn man sich die vor einigen Jahren in einer bisher nur teilweise erforschten Höhle gemachten Entdeckungen anschaut. In der Lechuguilla-Höhle im Süden des US-Bundesstaates New Mexico wurden tief unter der Erde Bakterien entdeckt, die seit Millionen Jahren dort isoliert lebten und nachweislich noch nie Kontakt zum Menschen hatten. Diese Bakterien besitzen dennoch die Fähigkeit, Resistenzen gegen etliche der bekannten Antibiotika zu entwickeln.

Mit der Untersuchung dieser Bakterien will man u.a. der Frage auf den Grund gehen, ob der massenhafte, mitunter unkontrollierte Einsatz von Antibiotika in den letzten Jahrzehnten verantwortlich für die Entstehung der heute schwer behandelbaren Resistenzen ist oder ob Bakterien nur ihre ohnehin vorhandenen vielfältigen Abwehrmöglichkeiten nutzen um sich zur Wehr zu setzen. Ist es also Anpassung oder genetische Veranlagung, oder eine Kombination aus beidem?

Die entdeckten Bakterien wurden eingehend untersucht. Für eine Studie brachten US-amerikanische und kanadische Forscher 93 Mikroben-Proben mit 26 gängigen Antibiotika zusammen. Das Ergebnis: „Fast alle Bakterienstämme waren gegen mindestens eines, die meisten sogar gegen drei bis vier der Medikamente resistent.“ Ein ganz besonderer Keim, Paenibacillus sp. LC231, kann als multiresistent bezeichnet werden, da er eine Vielzahl an Resistenzgenen, u.a. gegen modernste Antibiotikaklassen besitzt. Ein vergleichbares, wenn auch nicht so weitreichendes Resistenzprofil wurde ebenso bei Verwandten dieses Bakteriums gefunden, welche außerhalb dieser Höhle leben. 

Vergleichbare Erkenntnisse hat man gewonnen, als man Mikroben untersuchte, die 30.000 Jahre im Permafrost eingefroren waren. Auch diese Bakterien besaßen Eigenschaften, um sich gegen Antibiotika zur Wehr zu setzen.

Die Eigenschaft Abwehrmechanismen zu entwickeln ist also ein wesentliches Merkmal der Bakterien. Die entsprechenden Resistenz-Gene gehören zum gemeinsamen evolutionären Erbe der Bakterien und sind älter als wir Menschen.

Die gefundenen Bakterien bieten seither den Forschern die Möglichkeit, die Vielfalt der bisher teilweise noch unbekannten Abwehrmechanismen der Mikroben zu entdecken und Strategien und Tricks besser zu verstehen. Auch wird in der Höhle nach noch unbekannten antibiotisch wirkenden Substanzen gesucht, mit denen sich die dort lebenden Mikroorganismen in den letzten vier Jahrmillionen auseinandersetzen mussten.

Was können wir von diesen Bakterien lernen? Auch wenn heute vielfältige medizinische und technische Optionen zur Verfügung stehen, sollte die Vielfalt und der Ideenreichtum der Natur als unerschöpflicher Fundus gewürdigt und genutzt werden. So könnte man z.B. die natürlichen Eigenschaften orthomolekularer Substanzen (wie Vitamin C, Vitamin D, Selen, Zink, etc.) folgerichtig für die körpereigene Abwehr nutzen.

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