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Herzschutz durch mehr Vitamin C

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Allein eine gesündere Ernährungsweise kann nach neu diagnostiziertem Diabetes offenbar das Herz-Kreislauf-Risiko verringern. Zu diesem Ergebnis kommt eine britische Studie, die Patienten mit positivem Blutzucker-Screening weiter beobachtete.

Quelle: istockphoto.com

Allein indem er sein Essverhalten in gesündere Bahnen lenkt, kann ein Patient mit einem frisch diagnostizierten Typ-2-Diabetes einer britischen Studie zufolge seine kardiovaskulären Risikofaktoren innerhalb von zwölf Monaten etwas verringern, und zwar unabhängig von seiner Medikation und seinen sportlichen Aktivitäten.

Wird bei einem Patienten ein Diabetes festgestellt, gehört die Ernährungsumstellung zu den ersten Maßnahmen, um den Blutzucker dauerhaft zu senken. Um herauszufinden, welchen Einfluss die Ernährungsumstellung auf kardiovaskuläre Risikofaktoren bei Patienten mit neu diagnostiziertem Typ-2-Diabetes hat, haben sich britische Wissenschaftler der Daten der ADDITION-Cambridge-Studie bedient.

867 Patienten, bei denen im Rahmen eines Screenings ein Diabetes entdeckt worden war, wurden eingeschlossen. Sie berichteten zu Beginn der Untersuchung sowie nach einem Jahr unter anderem über ihre Essensgewohnheiten. Zudem wurde der Vitamin-C-Wert im Plasma bestimmt und kardiovaskuläre Risikofaktoren wurden überprüft (Diabet Med 2014; 31: 148-155).

Mit einer multivariaten Regressionsanalyse wurde unter Berücksichtigung der körperlichen Aktivität und kardioprotektiven Medikation der direkte Zusammenhang zwischen Ernährungsänderung und dem kardiovaskulären Risiko berechnet.

Bei der Eingangsuntersuchung erwiesen sich die Probanden überwiegend als adipös. Der durchschnittliche BMI lag bei 33,4 kg/m². Aus den gemessenen Daten wurde ein kardiovaskuläres Zehn-Jahres-Risiko von 31 Prozent berechnet.

Vorteil für kardiovaskuläre Risikofaktoren
Nach Ablauf eines Jahres berichteten die Studienteilnehmer zwischen 40 und 69 Jahren erneut über ihre Ernährungsgewohnheiten. Ihre Kalorien- und Fettzufuhr hatte sich signifikant reduziert, und sie nahmen weniger Natrium auf. Dafür aßen sie mehr Obst und Gemüse (461,9 versus 529,5 Gramm pro Tag) und ihre Nahrung war ballaststoffreicher (16,9 versus 18,3 Gramm pro Tag).

Die eingesparten Kalorien entsprachen etwa denen eines Schokoriegels, die gewonnene Vitaminzufuhr etwa der einer Pflaume täglich. Insgesamt sank auch der Alkoholverbrauch und einige Patienten gaben das Rauchen auf.

Die Ernährungsumstellung führte dazu, dass sich nach einem Jahr die Taillenumfänge und der BMI (33,4 versus 32,3 kg/m²) reduziert hatten. Außerdem ergaben sich niedrigere Werte beim Gesamtcholesterin (5,4 versus 4,5 mmol/l), beim systolischen Blutdruck (141,9 versus 136,3 mmHg) sowie beim HbA1c (7,3 versus 6,5%). Das berechnete kardiovaskuläre Risiko reduzierte sich entsprechend.

Wurden die einzelnen Komponenten der neuen Ernährungsweise genauer betrachtet, zeigte sich, dass ein vermehrter Obstverzehr die Taille und den HbA1c etwas schrumpfen ließ und den Cholesterinspiegel reduzierte. Auch eine fett- und kalorienärmere Kost war vorteilhaft für die Figur und den Langzeitblutzucker.

Packten die Probanden dagegen mehr Gemüse auf den Teller, nahmen BMI und Taillenumfang zu. Die meisten Zusammenhänge zeigten sich bei Patienten, bei denen ein höherer Vitamin-C-Wert als zu Studienbeginn gemessen wurde.

Die Steigerung dieses Parameters stand in signifikantem Zusammenhang mit der Reduktion von BMI, Taillenumfang, HbA1c und dem kalkulierten kardiovaskulären Risiko. Auch der sparsamere Kochsalzverbrauch wirkte sich positiv auf Gesamtcholesterin und Herz-Kreislauf-Risiko aus.

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