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Angst und Schmerzen - wie ein Teufelskreis entsteht und was man dagegen tun kann

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Wie genau es begonnen hat lässt sich später kaum noch nachvollziehen. Was war zuerst da? Der Schmerz? Die Angst? Die Sorge? Am Beispiel von chronischen Rückenschmerzen zeigt sich, wie sich Ängste und Schmerzen gegenseitig verstärken. Das muss nicht sein!

Ist die Muskulatur des Nackens und des Rückens schmerzhaft verspannt, lässt sich manchmal keine körperliche Ursache finden. Trotzdem ist der Schmerz real. Ausgangspunkt kann in diesem Fall die Angst z. B. vor körperlichen Altersbeschwerden oder vor dem Verlust eines selbstbestimmten Lebens sein. Der Volksmund sagt: "Mir sitzt die Angst im Nacken." Auch die Sorge um Freunde oder Ärger in der Familie können Ursachen für Schmerzen sein, da der Körper auf die Alarmsignale der Psyche mit einer Abwehrhaltung reagiert. Neben einer erhöhten Muskelspannung, die auf Dauer zu sehr schmerzhaften Verspannungen führt, erhöht sich der Blutdruck, die Herzfrequenz kann sich bis zum Herzrasen steigern und die Aktivität von Magen und Darm wird eingeschränkt.

Diese körperlichen Symptome führen häufig dazu, dass man sich zurückzieht. Schmerzen in Muskeln und Gelenken lassen einen langsam werden, die Reaktionsgeschwindigkeit nimmt ab, so dass man sich sportlich Aktivitäten wie Fahrradfahren nicht mehr zutraut. Häufiger dagegen fühlt man lauernd in den Körper hinein und fragt sich ob und wann sich die nächste Schmerzwelle anbahnt. Nach und nach verändert sich die Wahrnehmung. Es bildet sich eine Art Schmerzgedächtnis, so dass schmerzhafte Empfindungen immer schneller wahrgenommen werden. Die Betroffenen werden empfindlicher oder resignieren. Schlafstörungen, depressive Verstimmungen und eine Verstärkung der Ängstlichkeit können die Folge sein. Diese Gefühle wiederum verschlimmern den Schmerz und der Teufelskreis schließt sich.

Das muss nicht sein!

Die Behandlung akuter Schmerzen sollte mit einem Arzt oder Heilpraktiker konsequent durchgeführt werden, damit es gar nicht erst zu chronischen Beschwerden kommt.

Doch auch der Teufelskreis lässt sich durchbrechen. In einem Gespräch mit dem Arzt oder Heilpraktiker sollten körperliche und seelische Befindlichkeiten thematisiert werden, so dass sich der Therapeut ein umfassendes Bild machen kann. Darüber hinaus ist es wichtig sein Leben nicht dem Schmerz unterzuordnen. Gemeinsame Unternehmungen, das Ausprobieren neuer Hobbies bringt Bestätigung, lässt die Lebensfreude steigen und setzt Endorphine, körpereigene Schmerzmittel, frei.

Anlaufstellen für Betroffene sind neben dem betreuenden Arzt oder Heilpraktiker Organisationen, wie die Deutsche Seniorenliga e.V. oder die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V.

Quellen:
Deutsche Seniorenliga e.V. (2014) Chronische Schmerzen im Alter
Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. (2014) Herausforderung Schmerz